8. Deutsche Grillmeisterschaft in Bad Lippspringe
31.05.2003
28 Grillteams, 30 Einzelgriller und mehr als 25.000 Besucher ließen sich das diesjährige Grillevent der German Barbecue Association nicht entgehen und kamen am Wochenende vom 31. Mai auf 1. Juni 2003 nach Bad Lippspringe. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Denn das, was in der Stadt nahe Paderborn von den Teams und Organisatoren geboten wurde, war beeindruckend. »Ich dachte, die Grillen hier ein bisschen – aber das ist ja viel, viel mehr...«, sagte ein Zuschauer, der nicht recht glauben konnte, was er da auf den Rosten und Tellern der Teams zu sehen bekam. Ein wahrhaft »gefundenes Fressen« auch für die zahlreichen Bildjournalisten und Kamerateams, die das Wettkampfgelände im Arminiuspark mit gezückten Objektiven abgrasten – und die Barbecuer teilweise ungewollt in Bedrängnis brachten: »Ich kann den Deckel leider nicht mehr lange auflassen – sonst stimmt meine Garzeit nicht mehr«, beschied ein Teamchef einem Kamerateam, dem seinerseits der Schweiß auf der Stirn stand, um die tollen Bilder noch rechtzeitig in den Kasten zu bekommen.
Entspannte Gelassenheit bei 30 GradObwohl es um immerhin vier Titel ging – den besten Einzelgriller Deutschlands, die Deutschen Grillmeister der Amateure und Profis sowie den Fun-Sieger für die beste Teampräsentation – herrschte an beiden Tagen die Stimmung vor, die Barbecue so angenehm macht: Ruhe und Gelassenheit. »Anders macht das auch keinen Spaß – und schließlich haben wir heute schon früh angefangen und können uns Zeit lassen«, sagte Fritz Staib, der Teamchef der Gourmet-Griller aus Pforzheim – und somit des Teams, das auf dieser 8. deutschen Grillmeisterschaft gleich zwei Titel holen sollte. Das andererseits aber auch schon ab vier Uhr morgens auf dem Wettkampfplatz stehen musste, um die Kulisse aufzubauen und die Grills und Barbecue-Smoker einzuheizen: »Wir haben unseren Wettkampfplatz heute Morgen komplett mit Terracottaboden belegt und eine kleine Rialto-Brücke aufgebaut – schließlich muss unser Thema ‘Venedig’ auch richtig rüberkommen«, erklärte Alfred Rybarski den erstaunten Besuchern in seinem ebenfalls stilechten venezianischen Kostüm.
Einzelgriller Am Samstag, den 31. Mai, ging es zunächst um den Titel »Bester Einzelgriller Deutschlands«, um den sich 30 Teilnehmer bewarben. »Hier kann jeder teilnehmen, der gerne grillt«, erklärte Joachim Labudka-Winkler, Geschäftsführer der German Barbecue Association. Grillgeräte sowie das »Rohmaterial« und Saucen wurden auf Wunsch gestellt. Gegrillt wurde in den drei Kategorien Fleisch, Fisch und Gemüse, wobei man auch nur in einer oder zwei Kategorien antreten konnte. Zu gewinnen gab es bronzene, silberne und goldene Grillgabeln. Der Titel »Bester Einzelgriller Deutschlands« winkte aber nur dem, der in allen drei Kategorien die höchste Punktzahl vorweisen konnte. Und das war Boris Biehl aus Stuttgart-Feuerbach, gefolgt von Andreas Huberti aus Eitdorf und Ulf Mersch aus Paderborn.
Amateur- und ProfiteamsAm zweiten Wettkampftag stand dann die »Deutsche Grillmeisterschaft 2003« auf dem Programm, an der insgesamt 27 Teams aus dem ganzen Bundesgebiet teilnahmen. Amateur- und Profiteams wurden getrennt bewertet, wobei in einem Amateurteam maximal ein »Profi« im Sinne der Wettkampfordnung mitarbeiten darf. Als Profis gelten Köche, Caterer oder Metzger.
Die Amateurteams mussten der 60-köpfigen Jury insgesamt vier Gänge abliefern, die Profis waren mit einem fünfgängigen Menü gefragt. Zudem gab es einen Fun-Preis für das Team mit der besten Präsentation und Show für die Zuschauer. Wobei sich in dieser Disziplin fast alle Teams ins Zeug legten: Ob komplett ausgestatteter Feuerwehrstand, ein liebevoll dekoriertes Wettkampfzelt im hawaiianischen Stil oder beispielsweise das komplett durchgestylte »Bob, der Grillmeister«-Zelt – die Grillmeisterschaften in Bad Lippspringe waren ein Genuss für Gaumen und Augen gleichermaßen.
Ein Doppelmeister und ein »Newcomer«Die Gourmet-Griller aus Pforzheim räumten in diesem Jahr richtig ab: Sie wurden sowohl Deutscher Meister der Profigrillteams als auch Fun-Meister für die beste Präsentation. Bestes Amateurteam nach Punkten wurde das »Grillkombinat Gut-Glut« aus Rösrath bei Frankfurt, die übrigens zum ersten Mal an einer Grillmeisterschaft teilnahmen. »Wir konnten es selbst kaum glauben, dass wir den Titel geholt haben«, freute sich Teamchef Michael Hoffmann und lud einige Wochen nach der Meisterschaft alle Helfer zu sich in den Garten ein, um das »Meistermenü« nochmals in aller Ruhe genießen zu können.