Fire&Food Facebook Fire&Food Twitter Fire&Food Google+
Suche

Echt heiß – Chillis auf dem Grill

Echt heiß – Chillis auf dem Grill

17.07.2003




Denkt man an Grillen und Barbecue, kommt einem meist zuallererst Fleischiges in den Sinn. Immer häufiger landet aber auch Gemüse auf dem Grillrost. Chilis, Paprika & Co. eignen sich hierfür besonders gut – mit oder ohne Fleisch.

Chilis stammen ursprünglich aus Südamerika, wo die wild wachsenden kleinen roten Beeren schon vor 9000 Jahren gesammelt und gegessen wurden. Kultiviert haben sie die Völker Mittelamerikas bereits vor etwa 4500 Jahren. Nachdem Kolumbus bei seiner Entdeckung des amerikanischen Kontinents die scharfen Schoten dort irrtümlich für »Pfeffer« hielt, wurden sie ab dem 16. Jahrhundert durch die Handelsflotten rund um die Welt verbreitet. So entwickelte sich auch in Indien, Asien, Afrika sowie in verschiedenen europäischen Ländern eine scharfe Küche. Obwohl Chilis je nach Sorte mehr oder weniger scharf sind, haben sie botanisch nichts mit dem schwarzen Pfeffer zu tun, sondern gehören wie Kartoffeln, Tomaten und Auberginen zu den Nachtschattengewächsen. Anders als schwarzer Pfeffer wachsen Chilis fast überall, der daraus resultierende erheblich niedrigere Preis trug enorm zur Verbreitung bei. Gängige Namen: Chili (D), Chilli (UK), Chile (USA), Chili Pepper, Hot Pepper, Peperoncino (italienisch), Pimiento (spanisch), Paprika (ungarisch). Ab und zu stößt man auf Phantasienamen wie »Pfefferonen«. Auch unsere Gemüsepaprika gehören dazu – man hat ihnen lediglich die Schärfe weggezüchtet.

Egal, ob mild oder scharf: Nur wenige Früchte haben derartig viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe.
Frische Schoten enthalten – auf ihr Gewicht bezogen – rund dreimal soviel Vitamin C wie Zitrusfrüchte! Dazu noch reichlich  wertvolles Beta-Karotin (besonders die Roten), aber auch B-Vitamine, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor und Zink sind drin. Der Chili-Scharfmacher Capsaicin  regt außerdem den Stoffwechsel und verdauungsfördernd den Speichelfluss an, und hilft bei natriumarmer Ernährung, denn durch das scharfe Würzen kommt man mit erheblich weniger Salz aus. Und Sie dachten, Chilis wären bloß scharf!

Fast das ganze Jahr hindurch findet man insbesondere auf türkischen Marktständen mehr oder weniger scharfe Chili-Sorten und pikante Paprika. In den Gemüseabteilungen größerer Kaufhäuser und gut sortierter Supermärkte gibt es immer häufiger interessante Sorten aus Griechenland, Spanien, Italien und sogar Thailand. Und mit etwas Geschick lassen sich auch die exotischsten Chilis im heimischen
Garten anbauen.

An »heisser Ware« mangelt es also nicht. Und wer einmal Paprika oder Chili vom Grill genossen hat, wird das köstliche Aroma, das beim Rösten entsteht, nicht mehr missen wollen. Warum werden die Schoten durch das Grillen so aromatisch? Einer der Gründe ist der enthaltene Zucker, der durch die starke Hitze zum Teil karamelisiert. Dies gilt – unabhängig von Schärfe und Sorte – besonders für rote Schoten, die durch ihre Reifezeit mehr Zucker gebildet haben.

Mehr dazu lesen Sie in FIRE&FOOD, Ausgabe 2/2003



« zurück