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Männer brutzeln für´s Prestige

Männer brutzeln für´s Prestige

04.04.2005




Sozialwissenschaftler und Psychologen haben mehrere Thesen, warum der Grill als männliche Domäne gilt: „Männer tun eher Dinge draußen, die sichtbar sind. Das ist prestigeträchtiger als die Arbeit hinter Fenstern und Türen“, erklärt zum Beispiel Nina Degele, Professorin für Soziologie und Geschlechter-Forschung an der Universität Freiburg. Dass Tätigkeiten außerhalb der vier Wände bei „ihm“ beliebter sind als Hausarbeit, zeigt auch eine Untersuchung des Hamburger Instituts Gewis. Vertreter des "starken Geschlechts" erledigen demnach gern kleine Reparaturen (89 Prozent), bringen den Müll weg (77 Prozent) oder kaufen ein (71 Prozent). Weniger beliebt dagegen sind Wäschewaschen (32 Prozent), Badezimmer Putzen (30 Prozent) und Bügeln (25 Prozent).

Degele sieht noch einen Grund für die Grillfreudigkeit des männlichen Geschlechts: „Es wird ein Rest von Archaik gepflegt.“ Am Rost sei „er“ wieder der wilde Mann, der auch nach Schweiß riechen dürfe. Stephan Höyng, Männerforscher an der Katholischen Fachhochschule Berlin vermutet einen ähnlichen Zusammenhang: „Man kann es mit dem Feuer begründen oder mit der Jagd als Aufgabengebiet: Im Mann stecken bestimmte Triebe, die die Zivilisation noch nicht erreicht haben.“ Und er hat noch eine Erklärung parat: „Männer lieben den Rost, weil er das Wir-Gefühl fördert. Grillen ist ein Ritual, bei dem die Zugehörigkeit zu einer Gruppe gezeigt wird.“ Jungs und Männern sei wichtig, einer Gruppe anzugehören und sich dort darzustellen.



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