Die Magie der Fleischreifung

Dirk Freyberger aus Nürnberg ist Fleischermeister in dritter Generation und einer der ersten ausgebildeten Fleischsommeliers Deutschlands. Als Genussbotschafter vertritt er hochwertige, regional geprägte Ernährung, bei der Fleisch bewusst im Mittelpunkt stehen darf. Die Ausbildung zum Fleischsommelier öffnete ihm neue Perspektiven und befeuerte seinen Anspruch, das traditionelle Metzgerhandwerk innovativ weiterzuentwickeln. Als Vorsitzender von „Fleischsommelier Deutschland e. V.“ setzt sich Dirk für mehr Wertschätzung des Berufsstands und die Förderung des Nachwuchses ein. www.mf58.de

Die Reifung gilt als Königsdisziplin der Fleischveredelung – sie entscheidet darüber, ob aus einem guten Stück Fleisch ein herausragendes Genusserlebnis wird. Doch was genau passiert dabei im Detail? Welche Faktoren beeinflussen Zartheit, Saftigkeit und Aroma? Und warum sind Qualität und Hygiene weit mehr als nur Grundlagen, nämlich echte Schlüsselfaktoren? Ein Blick auf die biologischen Prozesse und handwerklichen Voraussetzungen zeigt: Perfekt gereiftes Fleisch ist kein Zufall, sondern Ergebnis präziser Kontrolle und fundierten Fachwissens. – Von Dirk Freyberger

Fleischqualität – die wichtigste Voraussetzung
Jedoch kann die beste Reifemethode keine mangelhafte Fleischqualität ausgleichen. Deshalb beginnt eine erfolgreiche Fleischreifung bereits lange vor dem eigentlichen Reifeprozess: bei der Auswahl der Tiere. Entscheidend sind unter anderem Genetik, Rasse, Alter, Fütterung, Haltung sowie ein möglichst stressfreier Umgang vor und während der Schlachtung. Diese Faktoren beeinflussen maßgeblich die Fleischstruktur, die Marmorierung, den pH-Wert und damit die spätere Reifefähigkeit. Besonders hochwertiges Fleisch zeichnet sich durch eine feine intramuskuläre Fettverteilung (Marmorierung) aus. Das Fett wirkt während der Reifung als Geschmacksträger und Zartmacher, diese wiederum sorgt später für Saftigkeit und ein intensives Geschmackserlebnis. Ebenso wichtig ist der pH-Wert des Fleisches. Nach der Schlachtung sollte er innerhalb der ersten 24 Stunden ungefähr von 7,0 auf 5,4 bis 5,8 absinken. Nur unter den genannten Bedingungen können die natürlichen Reifungsprozesse optimal ablaufen. Durch Fehler beim Tiertransport oder der Schlachtung könnten sonst sogenannte Fehlreifungen auftreten, die die Zuschnitte untauglich für hochwertige Reifeverfahren machen... DU MÖCHTEST WEITERLESEN?

Den ganzen Artikel gibt es in der FIRE&FOOD 03/26.